Blogparade! Was bedeutet für mich Kreativität und wo hilft sie mir im Alltag?

Parade

Sollte eines Tages einmal der Teufel an meine Haustür klopfen und mir im Gegenzug für Reichtum oder ewiges Leben (oder was bietet der so an?) eine meiner Eigenschaften abschwatzen wollen, würde er bei einer auf jeden Fall kläglich scheitern. Um nichts in der Welt würde ich sie hergeben: meine Kreativität.

Nicht, dass ich auf die anderen Eigenschaften nichts geben würde, aber die Kreativität war es bisher immer, die mir die schlechten Tage wieder aufpoliert und mich aus so mancher Planlosigkeit wieder herausgezogen hat. Die letzte Zeit war nicht einfach für mich, und wie ich beobachten konnte, für viele von euch auch nicht. Ich litt unter Energielosigkeit, alte Ängste krochen wieder aus dem Keller und ich fragte mich mehr als einmal, ob es überhaupt Sinn macht, was ich so mit meinem Leben anfange. Gut, auch diese Zeiten müssen manchmal sein, weil sie den Finger in die verheilte Wunde legen und ein bisschen am Schorf kratzen, um nachzusehen, ob darunter auch wirklich alles geheilt ist.

Nachdem mir nichts anderes übrig blieb als mich zu fügen und es anzunehmen, trat die übliche Geschäftigkeit in den Hintergrund und mir fielen so einige Dinge ein, mit denen ich mich früher beschäftigte und für die in den letzten Monaten oder teilweise sogar Jahren nicht viel Zeit übrig blieb. Ich kramte meine beinahe vergessenen Hobbys wieder hervor. Und indem ich so über mein Leben sinnierte, fiel mir auf, dass sie allesamt eine Überschrift hatten: ich war kreativ. Ich musste immer irgendetwas erschaffen.

Schon in meiner Jugend machte ich Handarbeiten. Stricken und Nähen. Wenn ich vor 10 Jahren meinen Haushalt betrachtete, waren 50 % davon irgendwie aus Stoff oder Wolle. Brauchten ich oder meine Kinder neue Sachen, klapperten die Nadeln oder ratterte die Nähmaschine. Alles, was ich gesehen und was mir gefallen hatte, konnte ich umsetzen, ohne viel Geld dafür auszugeben. Am besten war ich, wenn ich meine Vorratskisten durchwühlte. Hier fand sich alles, vor allem an Stoffen. Nicht nur Neues, sondern vor allem auch Reste von abgelegten Kleidern, Bettwäsche, Tischdecken, Einkaufstaschen. Ich fand immer etwas und kam zu neuen Ideen. Viel ist im Zuge meiner großen Entrümpelungsaktion vor ein paar Jahren nicht mehr übrig geblieben, aber ich habe noch einige der damals angefangenen Quilts, die ich jetzt wieder hervorgezogen habe und fertignähen möchte.

Einige Jahre verbrachte ich viel Zeit in meinem Garten. Neben dem üblichen Gemüse baute ich vor allem Kräuter an. Ich hatte ein Gewürzbeet und eins mit Kräutern für Tee. Im Sommer saß ich dann stundenlang über den Stängeln, zupfte die Blätter ab und stellte mir meine eigenen Tee- und Gewürzmischungen zusammen.

Vorratshaltung war für mich ein spannendes und lohnendes Hobby. Ich wusste, wie man Brot bäckt, Sauerkraut einlegt, Gelees kocht, Apfelessig herstellt und schließlich den hauseigenen Most aus dem Fass hat.

Kochen? Da blühe ich auf. Rezepte? Wozu? Meistens fehlt sowieso die Hälfte. Wenn die Schränke nicht mehr viel hergeben, werde ich zum MacGyver der Herdplatten. Dann kommen die phantasievollsten Gerichte dabei heraus. Also MIR schmecken sie jedenfalls…

Wohnung einrichten ohne viel Geld dafür auszugeben? Kein Problem, ich musste nur in den alten Schätzen wühlen oder einen Flohmarkt heimsuchen und hatte ein individuelles Design.

Einige waren über diese Schaffensanfälle erstaunt, aber viele konnten es auch nicht ganz nachvollziehen, wieso ich mir „so viel Arbeit“ damit mache, wo es doch alles auch fertig zu kaufen gab. (Frei nach dem Motto „Hat die nix zu schaffen?“) Warum also?

Ich hatte meine Gründe:

1. Schaffensfreude

Es machte mir einfach Spaß. Zu sehen, wie unter meinen Händen etwas entstand, das ich mir selbst ausgedacht hatte oder nach einer Vorgabe einfach für meine Bedürfnisse und Möglichkeiten abwandelte.

2. Ich hatte etwas Neues

Ich will ehrlich sein: Auch mir macht es Freude, Dinge zu besitzen. Shoppen gehen ist ja das eine, aber es ist auch eine Menge Stress, man sucht sich einen Wolf nach dem passenden Teil und oft findet man es eben nicht.

3. Wenig Geld

Es gibt eine Menge schöner Dinge, die eine Menge Geld kosten. Alternative: verzichten. Gut, ich muss nicht alles haben, aber ich muss auch nicht auf alles verzichten. Was ich mir nicht leisten konnte, habe ich eben selbstgemacht.

4. Sehen, „was geht“

Wenn mir der übliche Weg verbaut ist, suche ich so lange, bis ich aus Alternativen ein annähernd ähnliches Ergebnis habe. So schnell gebe ich einfach nicht auf.

Wenn du bei deinem Lebensweg in der Sackgasse steckst, denke stets daran, dass beschränkte Mittel zum kreativsten Handeln führen. (Dr. Ebo Rau, dtsch. Mediziner)

Und was bringt mir das nun im Alltag, außer dass ich meine Zeit auszufüllen weiß?

1. Freude

Seit ich wieder meine alten Hobbys hervorgekramt habe, kann ich mich in stressigen Momenten aus der Spirale ausklinken und wunderbar entspannen. Dabei kommen mir oft neue Ideen, ohne dass ich zwanghaft darüber nachdenken müsste. Und ich habe gerade eine große Dose Schokoladencookies in der Küche stehen!

2. Bestätigung

Auch ich mag es, wenn mir der Kopf getätschelt wird. Von anderen oder von mir. Habe ich etwas hingekriegt und das sieht auch noch gut aus oder schmeckt lecker, dann weiß ich, dass ich mein Leben nicht verplempert habe und auf meinem Grabstein dereinst stehen wird: Wahrscheinlich gestaltet sie da unten wieder alles um.

3. Alternativen

Scheinbar hat man für alles eine Anleitung. Vorgefertigte Wege sind mir suspekt, weil sie einschränken. Ich weiß, dass es für alles eine Lösung gibt. Wenn Plan A nicht funktioniert, dann kann ich auf anderes in meinem Ideenpool zurückgreifen. Da ich weiß, dass ich das früher hingekriegt habe, werde ich das auch in Zukunft.

4. Unabhängigkeit

Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass vieles möglich ist, was wir aus Bequemlichkeit inzwischen vermeiden. Sollte also mal eine Verknappung an Gewürzen oder Bettwäsche herrschen, weiß ich mir zu helfen.

Für mich ist meine Kreativität nicht nur eine Art meiner Hobbys, sondern die Fähigkeit, Schwächen oder Mangelsituationen in Stärken und Alternativen umzuwandeln. Dieses Wissen kann ich im Prinzip auf jeden Lebensbereich übertragen. Aussagen wie „geht nicht“ oder „ist so aber nicht üblich“ schrecken mich nicht mehr, sondern spornen mich an, etwas Neues zu schaffen. Und das kann im Alltag manchmal verdammt hilfreich sein!

Jetzt bist du dran! Wie steht es mit deiner Kreativität? Wo setzt du sie ein und wie begleitet sie deinen Alltag? Was hast du dabei für das Leben gelernt?

Ich würde mich freuen, wenn ganz viele an meiner Blogparade teilnehmen würden und wir uns gegenseitig inspirieren. Du hast Zeit bis zum 30.09.2014. Und so kannst du daran teilnehmen:

  • Schreibe auf deinem Blog einen Artikel zum Thema „Was bedeutet für mich Kreativität und wo hilft sie mir im Alltag?“. Weise gleichzeitig darauf hin, dass es eine Blogparade ist.
  • Verlinke deinen Artikel oder Beitrag hierher auf diesen Blogbeitrag.
  • Hinterlasse im Anschluss daran bei mir hier einen Kommentar, in dem du auf deinen eigenen Artikel verlinkst.
  • Teile so oft wie möglich, damit viele andere Blogger davon erfahren und ebenfalls mitmachen können.

Ich freue mich schon auf viele inspirierende und kreative Beiträge! Tobt euch aus!

Unterschrift schwarz

 

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25 Kommentare, sei der nächste!

  1. liebe sybille
    du sprichst mir wie sooo oft aus der seele 🙂
    leider habe ich (noch ! ) keinen eigenen blog aber ich teile gerne
    trotzdem möchte ich dir kurz berichten, dass gerade gestern wieder einmal meine kreativität ,mein leben mit freude bereichert hat.
    in meinen WOHLFÜHLABENDEN für frauen hatte ich gestern in der abendvorbereitung einen
    blackout…..mir fiel nix aber auch gar nichts neues und inspirierendes ein, womit ich die kursteilnehmerinnen erfreuen konnte.
    doch dann file mir einen meiner IDEENLISTEN ein…..dazu ein selbstgemachter tee aus zitronenverbene, minze und schlüsselblume…….cd crimson collection……und schon flossen die ideen…..als hätte es nie einen stillstand gegeben. WUNDERVOLL
    der kursabend war dann sehr intensiv und die frauen gingen erfüllt nach hause, ruhiger,gelassener als sie gekommen sind.
    und ich als kursleiterin war ebenfalls zufrieden und erfüllt von einem schönem abend.

    auch meine KREATIVITÄT bekommt der teufel nicht :))

    ich wünsche dir einen klaren tag, danke für deine wunderbaren blogbeträge, die ich nicht missen möchte
    herzensgruss pia

    1. Hallo Pia,
      das freut mich sehr zu hören! Ich habe es auch oft erlebt, dass ein Blackout auf meiner Leitung hockte und der Artikel geschrieben werden musste. Komischerweise 🙂 kam zum Schluss immer was dabei raus. Sie lässt mich nicht im Stich!
      Wohlfühlabend für Frauen klingt ja sehr gut! Ich hab auch so was im Hinterkopf, denn die eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass es vielen Frauen um die 40 herum so geht, dass sie sich fragen „und was ist mit meinem Leben?“. Ich glaube, da bestünde Bedarf, sie zu unterstützen. Danke für die Erinnerung!
      LG
      Sybille

  2. Danke Sybille!
    Das ist ein toller und inspirierender Artikel. Für mich ist Kreativität ein derart selbstverständlicher Bestandteil meiner Persönlichkeit, dass ich so noch nie darüber nachgedacht habe. Du bist offensichtlich ähnlich gestrickt – da könnte der Teufel ja gleich die Seele haben wollen 😉
    Liebe Grüße -Astrid
    PS: Wenn mir ein ähnlich guter Text dazu einfällt, bin ich bei der Blogparade dabei

    1. Hallo Astrid,
      ja, auch für mich war die Kreativität lange Zeit selbstverständlich. Aber manchmal braucht es etwas länger, bis man seine Stärken erkennt und sie vor allem auch auf andere Bereiche überträgt.
      Und was den Teufel betrifft… Ich bin in manchem Dingen sehr, sagen wir mal eigen… Da beißt dann selbst der bei mir auf Granit und würde nach einer halben Stunde entnervt wieder gehen…. 😀

      Wenn du dazu einen Artikel weißt, freu ich mich! Sag Bescheid, wenn es soweit ist!

      LG
      Sybille

  3. Hallo Sybille,

    schönes Thema, bin ich gerne dabei. Erinnere mich gerade, dass es auch mein Prüfungsthema zum Trainer und Berater war. Da kann ich mal wieder die alten Unterlagen hervorkramen.

    LG

    Matthias

      1. Hey du bist ja schneller als ich =) Immer wieder gerne, war ein sehr schönes Thema und hat mir mal wieder tolle Erkenntnisse gebracht. Danke für diese Blogparade.

        LG

        Matthias

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